Perestrojka - Neue Wege zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten aus den GUS-Staaten
Die
Integration junger Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler in die deutsche
Gesellschaft stellt für viele Kommunen nach wie vor eine besondere
Herausforderung dar. Aufgrund zum Teil unzureichender Kenntnisse der deutschen
Sprache, schulischer Schwierigkeiten und sozialräumlichen Konzentrationen
benötigen Migranten zusätzliche Unterstützung, um den hohen Anforderungen an
Ausbildung und Qualifizierung gerecht zu werden.
Hier setzt das innovative Modellprojekt „Perestrojka“ an, das parallel in den Kreisen Lippe, Höxter und Paderborn durchgeführt wird. In dem Projekt geht es um die modellhafte Erprobung einer Verzahnung von Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik. Der systematische Aufbau von Dialogstrukturen in den Wohngebieten, die Entwicklung von neuen Qualifikationsangeboten und eine kontinuierliche Abstimmung aller beteiligten Institutionen aus OstWestfalenLippe sind wichtige Ziele des innovativen Vorhabens. Wesentlicher Bestandteil des Projektes ist die Zusammenarbeit mit den lokalen Migrantenselbstorganisationen. Migrantinnen und Migranten begegnen den Arbeitsmarktakteuren in diesem Projekt auf Augenhöhe. Ziel ist hier nicht ein Projekt für Aussiedlerinnen und Aussiedler, sondern ein Projekt mit ihnen durchzuführen.
Gemeinsam sollen die Förderstrukturen so weiter entwickelt werden, dass sie auch richtungweisend für andere Regionen in Nordrhein-Westfalen sind.
Perestrojka im Kreis Höxter
Im Kreis Höxter liegt
der Schwerpunkt in der Arbeit mit jungen Frauen. Hier werden Integrationslotsen
und -lotsinnen ausgebildet, die Migrantinnen aus der
ehemaligen UdSSR helfen wollen, sich besser in den Arbeitsmarkt und in die
Gesellschaft zu integrieren. Da der Kreis Höxter eine ländlich strukturierte
Besiedlung aufweist, finden die Schulungen dezentral an den Standorten Höxter,
Willebadesssen und Brakel statt. Der Schwerpunkt der Schulungen liegt in den
Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung und Soziales. Arbeitsmarktpolitische Qualifizierungsmaßnahmen
ergänzen die Schulungen und verbessern so die Integration von Aussiedlerinnen
aus der ehemaligen UdSSR in den Arbeitsmarkt. Im Kreis Höxter arbeiten fundus
e.V., das ESTA Bildungswerk e.V. und der VHS Zweckverband Warburg-Beverungen-Borgentreich-Willebadessen
bei der Umsetzung eng mit den Vereinen Zukunft für Generationen e.V. und MOCT–Brücke e.V. zusammen.
Perestrojka im Kreis Lippe
Im Kreis Lippe steht
der Übergang zwischen sprachlicher Förderung des Bundesamts für Migration und
Flüchtlinge und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen im Zentrum der Arbeit. Einzelne,
bisher nebeneinander existierende Förderungen sollen durch das Projekt besser
miteinander verzahnt werden. Viele Aussiedler und Aussiedlerinnen leben in
Sozialräumen, in denen die Heimatsprache einen Großteil der Kommunikation
ausmacht. Ziel ist es, die in den Sprachkursen erworbenen Deutschkenntnisse
durch Anwendung in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen am Leben zu halten. Im
Anschluss an die Sprachkurse werden der Lippe pro Arbeit gGmbH individuelle
Förderempfehlungen gegeben. Ergänzt wird die Arbeit der Maßnahmen durch einen
Jobcoach der individuelle und familiäre Problemlagen aufarbeitet. Daneben
werden in Lippe Multiplikatoren und Multiplikatorinnen ausgebildet, die ihr
Wissen in den Kursen „Integration plus“ weitergeben und so für Nachhaltigkeit
sorgen. Die Netzwerk Lippe gGmbH und der Verein Freundschaft–Druschba e.V.
arbeiten hier gemeinsam, um diese Ziele umzusetzen.
Perestrojka in Paderborn
Im Kreis Paderborn
steht die berufliche und soziokulturelle Integration von jungen Aussiedlerinnen
und Aussiedlern aus der ehemaligen UdSSR im Vordergrund. Die Arbeit an gemeinnützigen,
sozialraumbezogenen Projekten steht im Zentrum der Arbeit. Durch gemeinnützige
Arbeit in ausgewählten Projekten sollen durch die Jugendlichen positive Zeichen
in die Gesellschaft gesendet werden. Qualifizierung in den Berufsfeldern Holz,
Metall, Garten- und Landschaftsbau sowie Coaching in den Bereichen soziale
Kompetenz, Sprachförderung, Medienkompetenz, EDV- und Bewerbungstraining runden
das Konzept des Projektes ab. In Paderborn ist die Schulung von Multiplikatorinnen
und Multiplikatoren mit den „KOMM-IN“-Projekten des Kreises und der Stadt
verzahnt. Die Umsetzung des Projektes findet durch eine Zusammenarbeit der tbz
Bildung gGmbH und des Vereins Monolith e.V. statt.Das 18-monatige Projekt wird aus Mitteln des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen sowie des Europäischen Sozialfonds gefördert. Außerdem unterstützen die ARGEn der beteiligten Kreise die Teilprojekte mit eigenen Mitteln. Die Regionalagentur OstWestfalenLippe begleitet das Projekt in der Umsetzung und Steuerung.
Weitere Informationen:
fundus e.V.
Oliver Verhoeven
Corveyer Allee 21
37671 Höxter
05271 – 9743-12
Netzwerk Lippe gGmbH
Dr. Wolfgang Sieber
Wittekindstr. 2
32758 Detmold
05231 – 6403-80
tbz Bildung gGmbH
Claudia Arendt
Waldenburger Str. 19
33098 Paderborn
05251/700-246





